Das fängt ja gut an. Kaum haben westeuropäische Minister ihre PR-Trips ins befriedete Kosovo absolviert, da muss das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen schon wieder Alarm schlagen. 400 Millionen Dollar hatte das UNHCR für dieses Jahr veranschlagt, um im Kosovo die Rückkehr und Wiedereingliederung der Flüchtlinge zu organisieren, sie vor allem über den Winter zu bringen. Gerade mal 166 Millionen Dollar sind bislang aus den Geberländern geflossen, und das UNHCR steht mit fast leeren Händen da.

Wenn sich diese Zahlungsmoral nicht bessert, ist beim nächsten Problem, dem Wiederaufbau des Kosovo, bereits zweierlei abzusehen: Die notleidenden Familien werden wenigstens ein Mitglied zum Geldverdienen in die reichen Länder Europas schmuggeln - aus der Sicht der einen ist das Selbsthilfe, aus der Sicht der anderen illegale Einwanderung. Und die Uno, die nach dem Krieg wie ein alter Besen wieder aus der Ecke geholt worden ist und den zivilen Wiederaufbau leiten soll, wird ihr ramponiertes Ansehen weiter beschädigen.

Der Umgang mit ihrem Flüchtlingshilfswerk ist dabei symptomatisch. Auf dem vermeintlich "unfähigen" und "bürokratischen" UNHCR herumzuhacken ist derzeit politisch opportun - und im wörtlichen wie übertragenen Sinn billig.