Blinde haben ein feineres Gehör als Sehende - was viele glauben, hat die Wissenschaft bisher noch nicht beweisen können. Doch jetzt hat die Neuropsychologin Brigitte Röder von der Universität Marburg herausgefunden: Menschen, die von Geburt an blind sind, können Geräusche besser im Raum lokalisieren als Sehende, vor allem wenn die Laute von der Seite kommen (Nature, Bd. 400, S. 162). Zudem zeigten EEG-Messungen unterschiedliche elektrische Hirnströme. Brigitte Röder vermutet deshalb, dass die besondere Hörfähigkeit der Blinden einhergeht mit einer Umorganisation bestimmter Hirnstrukturen.