Hessens neuer Innenminister heißt Volker Bouffier. Soeben ist er durch eine zukunftsweisende Idee bekannt geworden. Überall, auf Schulhöfen, in Universitäten, in Fußgängerzonen, auf dem Parkplatz und an der Bushaltestelle, sollen zum Schutz gegen Kriminelle Videokameras installiert werden: das Leben eines jeden Hessen als "Truman-Show" für die Polizei.

Wir verstehen das Ansinnen des Ministers, widerfuhr ihm doch in seinem Privat- und früheren Advokatenleben Ungemach, das mit dem Kameraauge hätte aufgeklärt werden können. In seine Kanzlei wurde eingebrochen und vor seiner Haustür angeblich eine tote Katze gefunden. "Nach Mafia-Art" stranguliert, sagt der Minister, der auf Nachfrage freilich einräumte, er habe das "dämliche Tier" nie mit eigenen Augen gesehen. Böse Zungen behaupten schließlich, als Anwalt habe Bouffier in einem Scheidungsverfahren Parteienverrat begangen

der Staatsanwalt ermittelt. Sei's drum, Tempi passati, Hessens Polizeiminister will jetzt "Zukunft gestalten", mit der Kamera.

Wir schlagen vor: Volker Bouffier probt seine Idee erst einmal als Selbstversuch und lässt sich künftig rund um die Uhr filmen. So jedenfalls wüssten wir längst die ganze Wahrheit über die ermordete Katze.