Sind Sie auch einer von 10 000 Bundesbediensteten, die das Vergnügen haben, fortan kostenlos zwischen Bonn und Berlin pendeln zu dürfen? Damit auch ganz normale Bürger erfahren, welch großes Los Sie gezogen haben, präsentieren wir an dieser Stelle die markantesten Punkte der 34-seitigen Studie, die Ernst Vorrath, Präsident des Bundesamtes für Güterverkehr, in Zusammenarbeit mit Franz Müntefering, Verkehrsminister und regierungsamtlicher Umzugsbeauftrager, für Sie erarbeiten und extra auf gelbem Papier drucken ließ.

Zunächst ist wichtig zu wissen: "Heimfahrten sind im Regelfall (Hin- und Rück-)Fahrten zwischen dem neuen Dienstort und dem bisherigen Wohnort."

Hatten Sie sich bereits gedacht? Nun, vielleicht wohnen Sie ja schon in Berlin, derweil Ihre Dienststelle noch in Bonn ist. Daher gilt auch: "Im Fall des Vorwegumzuges sind jedoch unter Heimfahrten die (Hin- und Rück-)Fahrten zwischen dem noch nicht verlegten alten Dienstort und der neuen Wohnung am künftigen Dienstort zu verstehen." Damit Sie das auf keinen Fall vergessen, empfiehlt es sich, die zentralen Aussagen zum Dienstrechtlichen Begleitgesetz (DBeglG) einige Male laut und deutlich aufzusagen, zum Beispiel auf dem Weg zur Kantine oder zu einem sonstigen Örtchen. Falls Sie eine bestimmte Stelle auf Seite 15 wegen der kleinen Lettern überlesen, hier ein wichtiger Tip.

Vergessen Sie nie Ihre Pendlerberechtigungskarte, auch Bonn-Berlin-Karte genannt, denn ohne Karte laufen Sie Gefahr, "von der Fahrt ausgeschlossen zu werden oder den regulären Fahrpreis bezahlen" zu müssen. Ob, wann und wie Sie Ihre Heimfahrt gestalten, nimmt Ihnen ein Bestellzentrum ab, sodass Sie sich um nichts weiter kümmern müssen. Melden Sie Ihren Buchungswunsch rechtzeitig beim jeweiligen Reiseleiter ihrer Dienststelle an, denn jede Buchung, "die das Bestellzentrum erreicht, muß vom jeweiligen Ministerium individuell oder global autorisiert sein". Auch wenn Sie sich als Individuum sehen, sollten Sie von Individualbuchungen absehen. Das macht Heimfahrten unnötig kompliziert. Denn bevor Sie privat gegen spätere Kostenerstattung buchen, müssten Sie sich vorher davon überzeugen, dass "weder in einem Flugzeug noch in einem Zug für Familienheimreisen ein Sitzplatz kostenfrei zur Verfügung gestellt werden konnte". Lassen Sie es also, Sie kommen auch so mit.

Schließlich erhält jede Dienststelle eine bestimmte Quote von Sitzplätzen, die erst vier Tage vor Reisedatum aufgehoben und weitervergeben wird. Sollten die Quoten nicht voll ausgenutzt werden, dürfen Sie aus Kostengründen damit rechnen, "auf einen anderen, zeitnah späteren Flug bzw. Zug" umgebucht zu werden. Für alles ist also gesorgt, wenn Sie sich nur ordentlich einreihen.

Aber bitte keine Extratouren wie zum Beispiel jüngst jener Diplomat, der einer Versuchung nachgeben wollte, seine an einem Freitag in Bonn endende Dienstreise gleich für den Heimflug nach Berlin umzubuchen, um damit der Staatskasse Kosten zu sparen. Geht nicht. Und wer sich nur ein wenig in der Verwaltung auskennt, dem leuchtet das sofort ein. Denn damit würden unterschiedliche Kompetenzen vermischt, wobei zusätzlicher Verwaltungsauswand entstünde, sodass der lobenswerte Sparwille in sein Gegenteil verkehrt würde.

Wenn Sie also freitags unterwegs sind, kommen Sie erst nach Bonn oder Berlin zurück, um dann von dort eine unbeschwerte Heimfahrt ins verdiente Wochenende anzutreten. In diesem Sinne: Gute Fahrt!