Eine Grippe und ähnliche Infektionen verringern offenbar die Wahrscheinlichkeit, am schwarzen Hautkrebs (Melanom) zu erkranken. Das glaubt die Gruppe um Klaus Kölmel an der Universitäts-Hautklinik Göttingen gefunden zu haben. Die Krebsforscher studierten die Krankengeschichten von 603 Patienten mit malignen Melanomen zum Vergleich untersuchten sie 627 Menschen ohne Hautkrebs. Das Risiko, an einem Melanom zu erkranken, war deutlich niedriger, wenn die Menschen zuvor eine Blutvergiftung, Lungenentzündung, Tuberkulose oder andere virale und bakterielle Infekte durchgemacht hatten.

Die Forscher vermuten, dass ein Organismus, der sich öfter gegen Infektionen wehren muss, ein regelrecht trainiertes Immunsystem hat. Anscheinend werden bestimmte Abwehrzellen und Botenstoffe durch Infektionen derart aktiviert, dass sie auch bösartig veränderte Zellen der Haut erkennen und vernichten können.