Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das sparsamste Auto im Land", lautet derzeit die heiß diskutierte Frage in der PS-Branche. Schon bevor Volkswagen Anfang dieser Woche seinen 3-Liter-Lupo endlich der Journalistenschar im schwedischen Göteborg zum Test vorstellte, giftete Greenpeace gegen den mit Diesel befeuerten Spar-VW: "Klassenziel Öko-Auto leider verfehlt". Das Argument der professionellen Umweltschützer gegen den bislang sparsamsten Volkswagen mit "2,99 Liter Diesel Normverbrauch": Ein Diesel produziere mehr Kohlendioxid als ein Benziner und stoße zudem mehr schädliche Stickoxide und Rußpartikel aus.

Selbstverständlich glaubt Greenpeace die Alternative in petto zu haben. Schon vor drei Jahren hatten die Aktivisten einen umgebauten Renault Twingo namens smILE vorgestellt, in ihren Augen das wahre Öko-Auto. Dank extra entwickeltem Benzin-Sparmotor bringt es der Greenpeace-Twingo auf ähnliche Verbrauchswerte wie der Öko-Lupo. Bislang fand sich allerdings kein Hersteller, der das Greenpeace-Konzept in eine Serienproduktion umsetzt. Zudem giftet man in Wolfsburg zurück, dass der smILE im Gegensatz zum Lupo keinen Nachweis der "aktiven und passiven Sicherheit" erbracht habe.

Der Dritte im Spar-Wettbewerb wird ab Dezember der Smart CDI sein. Mit einem 3-Zylinder-Diesel-Turbo ausgerüstet, soll der Winzling aus dem DaimlerChrysler-Konzern 3,4 Liter Normverbrauch schaffen. Der Smart hat zwar im Gegensatz zu Lupo nur zwei Sitze, ist aber deutlich billiger. "Unter 20 000 Mark" soll der Diesel-Smart kosten, während für den 3-Liter-Lupo gut 26 000 Mark fällig sind. Der Smart sei auch bei Steuer, Versicherung und Reparaturkosten im Vorteil, betonen die Smart-Verkäufer. Welche Alternative sich am Markt durchsetzt, werden letztlich die Zulassungen zeigen. Die Schwaben sind jedenfalls optimistisch, in diesem Jahr 80 000 Smarts (Benziner und Diesel) zu verkaufen. Bis Ende Juni waren es allerdings europaweit erst 30 000. Doch vielleicht springt ja die Deutsche Post ein. Über einen Großauftrag zum Sonderpreis wird derzeit intensiv verhandelt. Da stört auch die begrenzte Sitzzahl wenig: Der Briefträger-Smart kommt sogar mit einem aus.