Jetzt haben es die Grünen der Energiewirtschaft aber richtig gegeben. Ein paar Tage lang schwelgten die Atombosse in der Vorfreude darauf, dass es mit der ungeliebten Bundesregierung bald vorbei sei. Die Koalition stehe infrage, so hatte Grünen-Sprecherin Antje Radcke versprochen, würde die Abmachung von Wirtschaftsminister Müller mit der Energieindustrie verwirklicht, nach der alle Kernkraftwerke erst nach 35 Jahren Laufzeit stillgelegt werden müssten.

Dem Vernehmen nach ist es nur einigen beherzten Vorstandsassistenten zu verdanken, dass es auf den Chefetagen nicht zu voreiligen Eruptionen von Übermut kam: Sie fielen den Bossen in den Arm, als diese schon die Champagnerreserven aus den Sicherheitsbehältnissen freigeben wollten. Noch rechtzeitig. Denn eiskalt haben die Grünen nun zugestimmt, die Entscheidung über den Atomausstieg bis nach der Sommerpause zu vertagen. Rot-Grün bleibt.

Arme Atombosse.