Die Frage, was zuerst da war - die Henne oder das Ei -, beschäftigt die Evolutionsforscher, seit es Evolutionsforschung gibt. Unstrittig ist: Wer heute ein Ei will, braucht dazu eine Henne, die es legt. Das Huhn aber braucht ausreichend Platz, hat das Bundesverfassungsgericht jetzt entschieden. Und 450 Quadratzentimeter - also weniger als die Fläche eines DIN-A4-Blattes - reichen nicht aus, rechneten die Karlsruher Richter vor.

Legebatterien mit Käfigen dieser "Größe" dürfen in Deutschland nun nicht mehr genehmigt werden.

Die Agrarindustrie, die hierzulande rund 40 Millionen Hühner hält, wird ihre Käfige wohl in Ländern mit geringerem Tierschutzniveau aufbauen. Denn alternative Wohnformen für Hühner sind teuer: Ein Ei aus Bodenhaltung kostet den Verbraucher später 33 Pfennig, eines aus Freilandhaltung gar 40 Pfennig, während ein Käfig-Ei meist schon für 18 Pfennig zu haben ist. Das Urteil richtet sich damit auch an die schnäppchenjagenden Konsumenten: Größe hat eben ihren Preis. Und Tierschutz fängt bereits an der Supermarktkasse an.