Und eine Geschichte von Winkelzügen und Indiskretionen."

Dass die Sparkasse ihn zu freundlich bedient haben könnte, mag Müller so ebenfalls nicht sehen. Sparkassen hätten nun einmal die Aufgabe, Mittelständlern und Existenzgründern unter die Arme zu greifen. Irgendwie scheint der Politiker verdrängt zu haben, dass er zweistellige Millionenbeträge verdampft hat, für die nun im wesentlichen die Sparkasse geradestehen muss. Ihrem Gewährträger, der Stadt Kiel, konnte sie aus dem vergangenen Jahresüberschuss gerade mal 1,2 Millionen für gemeinnützige Zwecke ausschütten.

Bei dem Verdrängungsvorgang mag Klaus-Dieter Müller geholfen haben, dass er an jenem Junimittwoch in der Käthe-Kollwitz-Schule, zwei Wochen vor der Strafanzeige, seine Renominierung als Landtagskandidat der SPD in Kiel-Südwest gewonnen hat: 77 Stimmen für ihn, nur 8 dagegen. Klaus-Dieter Müller: "Das war ein schönes menschliches Erlebnis, das einen für vieles entschädigt. Wirklich sehr angenehm."