Vielleicht liegt es ja an mir, dass die Energiewende noch nicht da ist.

Es ist mir nämlich ausgesprochen mulmig in der Plastikwanne des City-El, des meistgebauten Elektro-Leicht-Mobils der Welt. Leise schnurrt und hoppelt der Ökostromer über die Straße, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass gleich einer auf mich drauftritt

weil ich zu langsam bin, weil ich zu leise bin, weil mich jemand übersieht.

Tomic Ruschmeyer, der Besitzer der Seifenkiste½, spürt, dass mich die Probefahrt nicht überzeugt. Versagen auf der ganzen Linie. Die solare Weltrevolution, die Franz Alt so kraftvoll predigt - ist sie in Wahrheit eine lahme Ente? Es fehlt einfach das richtige Bewusstsein½, klagt Ruschmeyer, der als Sprecher des Bundesverbands Solarmobil jeden Einwand und jede Ausrede kennt. Auch Hermann Scheer, als Präsident von Eurosolar und als Sonnenkönig½ resistent gegen Anflüge von Resignation, ergänzt: Im Gegensatz zum Kauf von Autos und Luxusgütern verlangt der Kunde bei der Solarenergie, dass >sie sich rechnet<.½ Warum, so fragen die Leute, soll ich etwas kaufen, das anderen die Vorteile beschert, während ich alle Nachteile tragen muss?

Verbraucher ringen mit Abwehrfantasien.

Soll ich mir etwa vorstellen, wie ich mit einem Elektromobil der Marke Kleiner Süßer mit Stecker½ (Slogan der Schweizer Elektrizitätswerke) mit 70 Sachen über die Autobahn brettere? Soll ich mir ein Wägelchen kaufen, das so aussieht wie die abgespeckte Version eines Smart, aber so viel kostet wie ein tiefer gelegter BMW? Für einen Ambra GLX électrique (Verbrauch: 13 Kilowatt auf 100 Kilometer) müsste ich 50 000 Mark hinblättern. Zu Hause würde ich den Kleinen an meine Fotovoltaikanlage hängen, die mich - bei 2 Kilowatt Leistung - rund 30 000 Mark kostet.

Funktionieren wird sie womöglich so lala: Ihre Module etwa bringen zwischen 80 und 90 Prozent der Nennleistung des Herstellers, und das auf Dauer, wenn sich wie so oft Installateur und Hersteller gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, wer nachbessern muss. Zu allem Überfluss zickt mein Stromversorger. Ich muss Extragebühren für einen zweiten Zähler berappen, dazu überhöhte Durchleitungsgebühren½ für die Einspeisung meiner sporadischen Ökostromüberschüsse. Und das Finanzamt wird sich weigern, die Anlage als Produktionsbetrieb anzuerkennen: Fotovoltaik sei, urteilten Steuerbeamte in Freiburg, Liebhaberei½. Da ich mit der Anlage nur ein Drittel meines Bedarfs decke, etwa 1500 Kilowattstunden, wird sich meine Investition, jedenfalls ohne Zuschüsse, erst in 80 Jahren amortisieren.