Stimmt es, dass ein verschluckter Kaugummi mehrere Jahre im Magen bleibt, sich mit anderem Verschluckten verklumpt und einen Teil des Magens wegnimmt? Sacha Bertram, New York

Die Grundsubstanz des Kaugummis ist tatsächlich unverdaulich, aber der Magen verfährt mit ihr genauso wie mit anderen Stoffen, mit denen er nichts anfangen kann - er leitet sie weiter durch den Verdauungstrakt, und irgendwann gelangen sie auf dem natürlichen Weg ins Freie. Normalerweise dauert dieser Prozess höchstens ein paar Tage.

Normalerweise. Der mögliche Engpass liegt nicht im Magen, sondern eine Etage tiefer: Wenn ein Kind regelmäßig große Mengen Kaugummi schluckt, kann sich ein Gummipfropf im Dickdarm festsetzen. David Milov von der Nemours Kinderklinik in Orlando (Florida) beschrieb im August 1998 in der Zeitschrift Pediatrics mehrere Fälle kleiner Patienten, die unter schwerer Verstopfung aufgrund massiven Kaugummikonsums litten. In recht drastischen Worten beschreibt der Arzt, wie er manuell den Verschluss beseitigte. Es ist die Rede von einer toffeeartigen Substanz, die er zutage förderte.

Aber genug davon. Die Lehre daraus: Kleinkindern sollte man keinen Kaugummi geben, wenn sie dessen sachgemäßen Gebrauch noch nicht verstehen. Ansonsten ist es aber völlig ungefährlich, ab und zu einmal einen Kaugummi zu verschlucken.