Ein stiller Leipziger hat Industrie und Umweltschützer, Behörden und Bürger dazu gebracht, über die Zukunft ihrer Stadt zu debattieren

Leipzig

Wo gibt's denn so was? Umweltschützer und Autofahrer streiten nicht darum, wer Recht hat, sondern denken gemeinsam über zukunftsfähige Verkehrskonzepte nach. Ein Direktor des Leipziger Siemens-Werkes diskutiert mit Gewerkschaftern über neue Modelle der Verteilung von Arbeit. Die Stadtverwaltung lässt sich von den Bürgern einen Arbeitsplan schreiben und verpflichtet sich, später danach zu handeln.

In Leipzig gibt es all das - und noch viele andere unerhörte Dinge.

"Leipziger Agenda 21" heißt das Projekt. Dahinter steckt Ralf Elsässer, ein stiller, junger Mann, der sich die Tradition der Runden Tische zunutze gemacht hat, um ganz Leipzig auf die Idee der nachhaltigen Stadtentwicklung einzuschwören. Alle Leipziger, alle Unternehmen, Vereine und Institutionen, alle Gruppen und Grüppchen der Stadt sollen diskutieren, was sie darunter verstehen - und am Ende entsprechend handeln. Einen so großen Kreis zusammenzuhalten ist, wie einen Sack Flöhe zu hüten

aber die Runde überhaupt zusammenzubekommen war noch schwerer. Trotzdem ist es Ralf Elsässer geglückt - eine weit und breit einmalige Leistung.

Seit zwei Jahren leitet er das Koordinierungsbüro der Leipziger Agenda 21.