Für die Menschen in der Antike war die Astronomie eine Art Beruhigung." Sie bestätigte, dass die Phänomene Regeln folgten und dass die Götter wussten, was sie taten. Wie anders haben die nächtlichen Spaziergänger damals den Himmel wahrgenommen: als einen von Lichtflocken übergossenen Schirm, der sich langsam drehte. Und mit seinen Strahlen Träume weckte.

Vor allen die nach Erkenntnis. Viele sind inzwischen wach geworden. Man hat die Bahnen der Planeten berechnet und weiß, wie Sonnenfinsternisse entstehen. Schon uralte Kulturen konnten dieses Ereignis voraussagen - sie taten es alle und irrten sich nie; sie beobachteten die Sterne und stellten Zyklen fest. Heute schauen die Leute auf einen anderen Schirm, wenn sie etwas über den Himmel erfahren wollen. Für Laien ist das nächtliche Firmament ohnehin sehr schwer zu studieren: Es ist zu gut beleuchtet, die Kontraste fehlen, die Sterne verblassen. Wer sich durch ein bisschen Astronomie beruhigen will, muss schon den Fernseher einschalten.

Diese Art Wissenschaftsfernsehen hat eine große Zukunft; es gibt jetzt schon (im Pay-TV) Kanäle, die nichts anderes senden. Unser wie eine Supernova explodierendes Wissen muss popularisiert und an die beunruhigten Zeitgenossen weitergereicht werden. Das Fernsehen bietet sich dabei wie kein anderes Medium an, weil es mit computeranimierten Bildern die Welt zu annehmbaren Kosten noch mal erschaffen kann.

Die Konkurrenz auf diesem Feld wird entlang der Scheidelinie: seriös/reißerich verlaufen, die es in der Wissenschaft genauso wie bei den Nachrichten gibt. Es ist bestimmt nicht immer richtig, Wissenschaft als e ine Art Beruhigung in die Massenmedien einzuspeisen. Aber das Spiel mit Urängsten ist nicht vertretbarer. Vielleicht sollten Interviewer wie Forscher, nach Art des Astrophysikers Saul in Auf den Spuren der Supernova , gar nicht aufs Publikum schielen und einfach ihre Sache sprechen lassen.