Nylonstrümpfe und Petticoats waren in den fünfziger und sechziger Jahren der letzte Schrei auf dem deutschen Modemarkt.Nicht Seide, Baumwolle oder Leinen bevorzugte der moderne Mensch für seine Garderobe, sondern den synthetischen Stoff aus dem Chemielabor.Unter dem Titel Künstliche Versuchung: Nylon - Perlon - Dederon läuft im Bonner Haus der Geschichte (Adenauerallee 250) eine Ausstellung, die den Siegeszug der Faser aus der Retorte aufzeigt, deren Entstehung in Deutschland und den U SA erläutert und auch vor den Verstrickungen des Perlon produzierenden Multis IG-Farben in die Verbrechen der Nazizeit nicht Halt macht.Um sechs Jahrzehnte deutscher Zeitgeschichte zu beleuchten, wurden annähernd 900 Exponate zusammengetragen, d arunter Produktionsmaschinen und Laborgeräte, Kleidungsstücke, Fotos, Dokumente und Plakate.Die Ausstellung dauert noch bis zum 22.August und ist dienstags bis sonntags zwischen 9 und 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei, das informative Begle itbuch kostet 39 Mark.