Hans Hesse (Hrsg.): Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas. Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus Edition Temmen, Bremen 1999 447 S., 48,- DM Lange Zeit hat es gedauert, bis auch die Zeugen Jehovas als Opfer der Nazidiktatur anerkannt und in das öffentliche Gedenken einbezogen wurden. In diesem Band werden neue Forschungsergebnisse über das Schicksal der Häftlinge mit dem "lila Winkel" in verschiedenen Konzentrationslagern vorgelegt. Zwei weitere Beiträge befassen sich mit der Verfolgung der Zeugen Jehovas in der DDR.

Juden im Wilhelminischen Deutschland 1890-1914. Ein Sammelband herausgegeben von Werner E. Mosse unter Mitwirkung von Arnold Paucker Mohr Siebeck, Tübingen 1999 786 S., 168,- DM Als Werner Mosse den Band vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal veröffentlichte, war dies eine wissenschaftliche Pioniertat. Denn damals steckte die Geschichtsschreibung über Probleme deutsch-jüdischer Koexistenz in der wilhelminischen Ära noch in den Anfängen. Mittlerweile ist die Forschung vorangeschritten, doch die meisten Beiträge, etwa der von Ernst Schulin über die Rathenaus, von Peter Gay über die Juden in der deutschen Kultur oder von Werner Jochmann über den Antisemitismus, sind noch keineswegs überholt.