Vor zwei Monaten starb Spoons Großmutter. Aus Angst, sie bald zu vergessen, sucht er verzweifelt nach etwas, das die Erinnerung an sie wach hält. Dass er dabei auf diebische Abwege gerät, ist ein verzeihliches Vergehen in Kevin Henkes' schnörkellos zarter Geschichte Das Zeichen in meiner Hand. Denn im Umgang mit Tod und Trauer fühlt sich der 10-jährige Junge nicht weniger hilflos als ein Erwachsener. Da ist auch das Notizbuch mit den akribisch festgehaltenen Eigenschaften und Vorlieben von Granny nur ein schwacher Trost (Übersetzung: Eva Riekert, dtv München 1999 111 S., 9,90 DM). Weil man die Zeit nicht zurückdrehen kann, lernt Spoon, dass hartnäckiges Suchen mitunter ganz erstaunliche Resultate erbringt. Eine Handlinie in Form eines M zum Beispiel. M wie Martha. Wie Spoons geliebte tote Granny.