Stille Blicke, heimliches Warten. Die ersten Worte, der erste Kuss, die erste Nacht - und dann die Sehnsucht, sie möge nie zu Ende gehen. Davon hat das Kino tausendfach erzählt und wird es weiter tun, solange es Filme gibt. Denn das ist das, wovon alle träumen. Dass sie den Menschen finden, bei dem sie wissen: Er ist es. Sie ist es. Hier will ich bleiben, für immer.

Auch unser Film hat diese Geschichte erzählt. Gradlinig, ohne Schnörkel, mit sicherem Gespür für Stimmungen, Bilder, Momente. Nicht sonderlich aufregend. Aber dennoch hatte man das Gefühl, sie ganz neu zu erleben. Vielleicht, weil man den Hauptdarsteller, der auch selber Regie führte, so bislang nicht kannte: verletzlich in seiner Zärtlichkeit, hilflos in seinen Gefühlen. Er habe sich, so sagt er einmal zu ihr, das ganze Leben lang auf sie zu bewegt, ohne es zu wissen. Und nun ist er endlich angekommen - und sie lässt ihn im Regen stehen. Was ihm bleibt? Das letzte Licht der Abendsonne (in vielen Filmen), ein Job als Viehhirte (in seinem vorherigen Film) und einer als Bürgermeister (dieses Amt übte er eine Zeit lang im wirklichen Leben aus).

Nicht viel, wo sie einfach so entscheidet. Wie sie es oft tat, in vielen Rollen, als Kämpferin im Widerstand, als Außenseiterin, als Arbeiterin. Eine Persönlichkeit, wandelbar und stark. Eine, die weiß, was sie will eine, die ahnt, dass die wirklich große Liebe wahrscheinlich nur Sekunden hält. Hier sind es genau 345 600. Wie heißt der Film?

Auflösung aus Nr. 32: Time of the Gypsies. Emir Kusturica drehte die fantastische Zigeunerballade 1989 und erfand damit eine ganz eigene Bildersprache zwischen Magie und Realismus. Sein jüngster Film Schwarze Katze, weißer Kater lief erst kürzlich im Kino.