Über die feinen Unterschiede zwischen Tony Blairs Drittem Weg und Gerhard Schröders Neuer Mitte haben sich die klügsten Zeitdiagnostiker die Köpfe zerbrochen. Am Ende immer irgendwie vergeblich. Kein Wunder. Ihre Programmpapiere haben die Erneuerer der Sozialdemokratie schon gemeinsam verfassen lassen, und im Urlaub zieht es beide nach Italien. Alle Differenz scheint verdampft. Dritte Mitte? Neuer Weg? Eine Soße? Mitnichten! In der Praxis unterscheidet sie fast alles. Der Vergleichstest Sommerfrische bringt es an den Tag. Der Erfinder des Dritten Wegs bevorzugt den Luxus. Eine Villa muss es sein. Gemietet würde sie ihn 3800 Mark kosten. Pro Nacht. Aber der Mann vom Dritten Weg zahlt nicht selbst. Er lässt sich einladen. Dafür bringt er den eigenen Koch mit. Er nimmt sein Bad im privaten Gestade. Er reitet übers Anwesen und will niemanden sehen. Wie anders der Mann der Neuen Mitte! Bezieht mit Doris ein Pensionszimmer für 260 Mark. Mischt sich leutselig unters mediterrane Volk. Trabt mit den Badesachen im Jutebeutel hinunter an den öffentlichen Strand. Und abends vergleicht er die Preise auf den Speisekarten der Restaurants. Hombach ist weit. Irgendwo auf dem Balkan. Vielleicht deshalb ist auch die Neue Mitte schon wieder woanders. Fürs erste in Positano.