die zeit: Sie sind eine der ersten Studentinnen, die Biotechnologie nicht nur an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, sondern auch in Montpellier erfolgreich absolviert haben. Wie wurden Sie zur Doppeldiplomandin?

Frauke Wiederhold: Die FH Gießen-Friedberg kooperiert seit einiger Zeit mit der Faculté de Pharmacie der Université Montpellier. Deswegen konnte ich nach meinem Grundstudium am Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie mein Hauptstudium in Frankreich fortsetzen. Die Diplomarbeit habe ich in der Forschungsabteilung der Firma Nestlé in Lisieux in der Normandie gemacht. Sie ist auf Englisch geschrieben, die FH Gießen hat auch drei Exemplare bekommen - und seit Anfang des Jahres darf ich mich Diplomingenieur (FH) und Ingenieur-Maître nennen.

zeit: Wie war der Wechsel von der Muttersprache Deutsch in die Studiensprache Französisch?

Wiederhold: Anfangs hatte ich ein bisschen Muffensausen, weil mein Französischunterricht einige Jahre zurückliegt. Aber ich bin wieder reingekommen und habe bei dem französischen Examen keine Probleme gehabt.

zeit: Was war beim Studium in Frankreich anders?

Wiederhold: Ich hatte einen wesentlich volleren Stundenplan, manchmal von neun Uhr morgens bis abends sieben Uhr. Im Unterschied zu Deutschland habe ich das meiste in den Vorlesungen gelernt und musste mir weniger selber in den Bibliotheken aneignen. Montpellier ist darüber hinaus eine Studentenstadt mit südfranzösischem Flair, wo es leicht ist, Kontakte zu finden. Ich glaube nicht, dass es in Deutschland eine vergleichbare Stadt gibt.

zeit: Was hat Ihnen Ihr Doppeldiplom gebracht?