Arme deutsche Manager: Während ihre amerikanischen Kollegen dank Aktienoptionen nur so im Geld schwimmen, müssen sie sich oft genug mit höheren sechsstelligen Hungerlöhnen begnügen. Kein Wunder, wenn einer gelegentlich das Finanzamt beschummelt oder nach steuerfreien Einnahmequellen Ausschau hält. Besonders arm dran war wohl der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Beamten Versicherungen (BBV), Klaus Dieter Schweickert. Er kassierte nach Erkenntnissen der Bochumer Staatsanwaltschaft in einem dubiosen Immobiliengeschäft mal eben drei Millionen Mark in bar ab und muss sich nun Erpressung, Untreue und Steuerhinterziehung vorwerfen lassen.

Dr. Sch., wie ihn die Fahnder in einer Pressemitteilung nennen, gilt als Drahtzieher in der Bonner Immobilienaffäre, in der bereits der Veba-Manager Dieter Diekmann und der Bauträger Berthold Kaaf verhaftet worden waren. Das Trio soll beim Verkauf eines Gebäudes mit fingierten Rechnungen insgesamt sechs Millionen Mark an Maklerprovisionen in die eigenen Taschen gelenkt haben. Falls die Vorwürfe zutreffen, hätte Schweickert nicht nur den Fiskus gelinkt, sondern auch sein eigenes Unternehmen BBV - Werbeslogan: Für alle offen - sowie die Wiesbadener Hypothekenbank Depfa geschädigt, deren Aufsichtsrat er vorsitzt. Beide gehören, neben der Veba-Immobilien, zu den Erwerbern des Bonner Objekts, dessen Kaufpreis die besagten sechs Millionen Mark enthielt.

Dennoch kamen auch die Käufer auf einen guten Schnitt. Der derzeitige Mieter, das Bonner Entwicklungsministerium, zahlt immerhin 41,50 Mark pro Quadratmeter und damit deutlich mehr als den ortsüblichen Preis von rund 30 Mark. Exminister Carl-Dieter Spranger (CSU) kann daran nichts finden. Von seiner Nachfolgerin Heidemarie Wieczorek-Zeul um Auskunft gebeten, erklärte er den hohen Mietpreis für rechtens.