Reiseveranstalter und Autoverleiher geben derzeit mächtig Gas. Das lukrative Geschäft mit autofahrenden Urlaubern soll künftig ihre Kassen füllen und nicht mehr die von lokalen Anbietern und den Spezialisten für Urlaubsmietwagen. Den Anfang machte Avis mit Holiday Specials, es folgten TUI Cars, dann Sixt mit Holiday Cars. Vor kurzem brachte der Münchner Reiseveranstalter FTI sein Produkt DriveFTI auf den Markt, und Dertour publiziert demnächst den ersten Katalog Ferienautos.

Die Kampfansage gilt Firmen wie Holiday Autos und Sunny Cars, die bislang mit wachsendem Erfolg Urlaubern die Wagenmiete im heimischen Reisebüro empfahlen. In bekannt aggressiver Manier versprach etwa Erich Sixt, seinen bisherigen Partner Holiday Autos anzugreifen. Doch zunächst muss der Münchner Aufsteiger eine juristische Hürde nehmen: Die Holiday Autos GmbH klagt gegen Sixt, weil sie eine Verletzung der Markenrechte sieht.

Alle Anbieter wittern florierende Geschäfte. Denn noch sind die Deutschen in Sachen Mietwagen Vorausbuchungsmuffel. Sie holen sich einen Wagen meist am Ferienziel - wenn das Wetter schlecht ist. Die Reservierung eines Mietwagens im heimischen Reisebüro ist obendrein oft billiger. Weil die hiesigen Unternehmen große Volumen einkaufen, unterbieten sie die Preise der örtlichen Konkurrenz.

Die neuen Mietwagenmarken investieren aber in den seltensten Fällen in neue Fahrzeugflotten, sie kooperieren mit Partnern im Urlaubsgebiet. Und die sind häufig sogar identisch. Auf den Balearen etwa vermieten selbst die Kontrahenten Holiday Autos und Sixt Wagen des Anbieters Hyper rent a car. DriveFTI lässt seine Kunden in Spanien mit Hertz und Avis fahren, und außerhalb der Balearen und Kanaren kommt jedes TUI Car von Europcar. Der Urlauber profitiert vom Gedränge auf dem Mietwagenmarkt. Die Preise sanken im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Ein Wagen der kleinsten Kategorie ist auf Mallorca auch in der Hochsaison für unter 300 Mark pro Woche zu haben. Dabei sind viele Leistungen, wie Versicherungen und Hotelanlieferung, inklusive.

Ein genauer Preis-Leistungs-Vergleich ist dennoch geboten: Aufgrund des Preiswettbewerbs beginnen die Anbieter, Einzelleistungen wie die Hotelanlieferung extra zu berechnen. Machen diese Beispiele Schule, werden im Mietwagengeschäft wieder Zustände wie in den achtziger Jahren herrschen, als zur Wagenmiete eine Reihe von Zusatzkosten hinzukam und niemand wusste, was ein Mietwagen wirklich kostet. Die Vorteile des neuen Wettbewerbs für die Verbraucher würden damit hinfällig werden.