Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Der SPD-Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff - der Mann, der als Erster eine Regierungskoalition mit der PDS bildete -, hat den Generalstaatsanwalt seines Landes, Alexander Prechtel (CDU), entlassen. Das "notwendige Vertrauensverhältnis" bestehe nicht mehr, lautete die Begründung. Prechtel, von 1983 bis 1989 Pressesprecher des Generalbundesanwaltes Rebmann in Karlsruhe, versteht sich jedoch in Medienarbeit: Zeitungen sprechen von "Skandal", von "rot-rotem Komplott".

Anderswo regen Entlassungen weniger auf. In Hessen feuerte die neue CDU/FDP-Regierung den Chef des Verfassungsschutzes, drei Polizei- und drei Regierungspräsidenten, weil sie nicht konservativ genug waren. Dass politische Beamte mit "falschem" Parteibuch in den Ruhestand versetzt werden, ist in Deutschland normal - leider. An Ringstorffs Entscheidung lässt sich vieles kritisieren: der unwürdige Stil, der fehlende Dank an Prechtel, der die Justiz nach 1990 hervorragend neu aufgebaut hat. Auch ist es eine Fehlkonstruktion, dass der Ministerpräsident in Schwerin zugleich Justizminister und der Generalstaatsanwalt ein politischer Beamter ist. Aber die Abschaffung des Rechtsstaates durch einen Kommunistenfreund droht an der Küste nicht.