die zeit: Sie studieren als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Deutschland. In Japan haben Sie bereits Ihr Germanistikstudium mit dem Titel eines Magisters Artium beendet. Warum haben Sie sich gerade für dieses Fach entschieden?

Toshio Hirai: Ich habe während meiner Schulzeit einige Werke von Thomas Mann und Bert Brecht gelesen. Die gefielen mir so gut, dass ich sie im Original lesen wollte und mit dem Studium der Literaturwissenschaft begann. Im Laufe des Grundstudiums merkte ich, dass mich die Sprachwissenschaft noch mehr interessierte, und ich wechselte zur Germanistik.

zeit: Ist das Germanistikstudium ein exotischer Studiengang in Japan?

Hirai: Inzwischen schon. Für Japaner ist Deutsch eine sehr schwere Sprache, da Japanisch auf einem einfacheren System aufbaut. Doch das Fach war in der Vergangenheit sehr beliebt. Vor etwa hundert Jahren hat die deutsche Kultur bei der Einführung europäischer Technik und Kunst eine große Rolle gespielt.

Bei den Studenten steht jetzt Anglistik höher im Kurs.

zeit: Als Studienort haben Sie sich für Ihre beiden Auslandssemester Bamberg ausgesucht. Warum sind Sie gerade dorthin gegangen?

Hirai: Mein Doktorvater hat mir Professor Bergmann in Bamberg empfohlen, um mich auf die Doktorarbeit vorzubereiten.