Als Tinchen Tannenbaum endlich von der Vergangenheit eingeholt wurde, waren 35 Jahre vergangen, die sie sicherheitshalber im Bett verbracht hatte. Sie lebte in einem Altersheim, in Deutschland herrschte Frieden, und die SA zog nur für sie am Haus vorbei. Aber davon war sie nicht zu überzeugen. Sie hörte, was sie hörte: Und wenn Tinchen Tannenbaums Blut vom Messer spritzt, dann geht's noch mal so gut. Sie wusste nichts davon, dass sie das Lied abgewandelt hatte. Offenbar hatte sie das damals ganz persönlich genommen, und jetzt wartete sie darauf, abgeholt zu werden, ein Schicksal, dem sie zu jener Zeit, über die sie nie sprach, immer wieder mit viel Glück entronnen war.