Mit einer aufwendigen Werbekampagne versucht die Firma IBM, dem Publikum ihre neuen Server näher zu bringen - in der Gestalt magischer schwarzer Kisten, die in einem Salzsee, im Central Park von New York oder auf einem Schulhof in Japan stehen. Kinder tanzen um die Box, lehnen sich an den Kasten oder stehen vor ihm wie vor dem Weihnachtsmann. Mit Magie soll wohl das E-Business gelingen - wenn es schon keinen anderen Weg gibt, das Geschäft im Cyberspace zu erklären. Die Bilder der Werbekampagne erinnern an einen Steinblock, der sich inzwischen tief ins Repertoire unserer kulturellen Ikonen eingegraben hat: den Monolithen aus Stanley Kubricks 2001: Odysee im Weltraum, der herumsteht, als die Affen das Töten mit Werkzeugen lernen.

Wer 2001 kennt, weiß natürlich, dass der Monolith, der die Affen zu Menschen machte, später auf dem Mond gefunden wird. Und auch IBMs Box hat die Erde schon einmal verlassen: "Nur ein Server hat seine Zuverlässigkeit auf zwei Planeten unter Beweis gestellt", heißt es in der Werbung. Die Kiste wurde nämlich bei der Pathfinder- Mission der Nasa eingesetzt und liegt jetzt auf dem Mars herum, "Millionen von Kilometern vom Helpdesk entfernt" (IBM). Kein Kind weit und breit, das sich anlehnen kann. Aber vielleicht fliegen ja bald wieder Menschen zum Mond - mehrere Firmen bereiten entsprechende Missionen vor, und das Gros der Web-Seiten dieser Monderoberer läuft auf IBM-Hardware. So stehen die Chancen nicht schlecht, dass der erste extraterrestrische Internet-Server eines der magischen schwarzen Kästchen sein wird.