Also beschäftige ich mich im Folgenden mit dem unsterblichen Parfait in seinen schönsten und leckersten Versionen.

Ein Parfait ist der Kompromiss zwischen der infantilen Eistüte und der meterhohen Frosttorte beim Galadiner sizilianischer Opernfreunde. Sein größter Vorzug ist das Fehlen von Mehl; sein Nachteil die eindrucksvolle Menge seiner Kalorien. Musterbeispiele sind das hier vor Jahrzehnten schon populär gemachte Zimtparfait und das Parfait Grand Marnier. An sie werde ich weiter unten erinnern. Zunächst aber

Dieses Rezept ist ebenfalls ziemlich alt und stammt aus der Kreativepoche, als es mir und der Gärtnerin auf ein Ei oder 100 Gramm Schokolade mehr oder weniger nicht ankam. Immerhin verfügen wir heute über bessere Schokolade als damals, und die Eier können sogar dioxinfrei sein, wenn wir sie beim Bioproduzenten kaufen.

Dieser flache Kuchen ist die ultimative Torte für emanzipierte Feinschmecker. Nicht dicker als ein Daumen (männlich), von Schlagrahm zurückhaltend gekrönt und feinstes Schokoladenaroma verströmend, dabei so schwach gesüßt, dass die lieben Kleinen abgehalten werden, sich ameisenhaft darüber herzumachen.

Wie bei jeglicher Speise ist die Qualität der Zutaten auch bei einem simplen Kuchen entscheidend. Vor allem, wenn er so simpel gar nicht ist. Die Herstellung schon, die ist einfach, sofern man sich darüber im Klaren ist, dass ein delikater Kuchen nicht aus einem backfertigen Pulver entstehen kann.

Bei den Zutaten kommt es vor allem auf die Schokolade an. Seit es die bittere Valrhona gibt, stellen auch andere Produzenten gute Schokolade her. Das bedeutet für dieses Rezept: 70 Prozent Kakaoanteile muss sie haben. Wir brauchen also:

Es fängt an wie bei jedem Kuchen. Die Eigelbe werden mit dem Zucker und der zimmerwarmen Butter schaumig gerührt. Das macht die moderne Kuchenbäckerin mit der Küchenmaschine. Dann rückt der Hausherr den weißen Rum heraus, welcher mitverquirlt wird.