TIER UND TECHNIK finden selten freiwillig zusammen. Höchstens unfreiwillig. Wie in diesem Auto für Hamster. Angetrieben durch die Laufrad-Power, steuert der moderne Nager im Wagen zur Futterstelle, navigiert von eingebautem Radar, Bewegungsmelder und Mikro-Controller.

Die Künstlergruppe Ebener-Winters-Fietzek hat mit der Konstruktion Größeres im Sinn: den symbiotischen Austausch gehorteter Energie. Kein Aufwand ist ihnen zu hoch, um minimale Effekte zu erzielen. Ihre Installation auf der Medienkunstmesse Ars Electronica zeigte ein abgedunkeltes Gehege, in dem zehn Vehikel darauf warten, von Goldhamstern gefahren zu werden. Sollte der laut Christoph Ebener an sich dumme Hamster das Laufrad besteigen und das Auto antreiben, wird es per Radar zur einzigen Lichtquelle im Gehege gelenkt. Dort kann der Nager ausruhen, bis die Solarzellen des Wagens aufgeladen sind.

Dann geht die Strampelei weiter der Radar steuert das Gefährt zur Futterstation. Beim Andocken entlädt sich die Solarenergie, ein Türchen öffnet sich, Nüsse und Körner prasseln in den Napf. Sieg, quiekt es aus zehn Hamsterkehlen - sollte nicht einer der putzigen Artgenossen überfahren worden sein. Um dies zu verhindern, stoppt ein Bewegungsmelder das Laufrad bei Havarien. Eine technische Verfeinerung aus der Trainingsphase, als die Hamster andauernd gegen Wände fuhren.

Christoph Ebener, www.karg.de/hamster Die Autos kosten rund 2000 DM pro Stück (10er Auflage)