Angela Krauß: Milliarden neuer Sterne Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999, 50 S., 19,80 DM Noch mal New York? Da waren wir doch schon alle. Ja, aber nicht so wie Angela Krauß, die das Staunen nicht verlernt hat, die den Geschmack der Stadt wahrnimmt wie eine Götterspeise und ihren Klang wie eine elektrische Vibration. Sie schreibt so schön, so lebendig, dass man fast neidisch wird und denkt: Ach, wenn man noch einmal zum ersten Mal in New York sein könnte ach, wenn man doch damals beim ersten Mal so aufmerksam gewesen wäre wie Angela Krauß!

Les Murray: Ein ganz gewöhnlicher Regenbogen. Gedichte aus d. Englischen v.

Margitt Lehbert Hanser Verlag, München 1996, 150 S., 28,- DM Dieser Tage war er in Deutschland unterwegs, ein Botschafter der verwegensten, ländlichsten Art, sah aus wie ein Schafhirte oder Schankwirt, las die üppigsten, homerischsten Gesänge über das Leben in New South Wales, über weinende Elefanten und übers Bohnenpflücken - der Australier Les Murray, und hier ist sind die poetischen Blätter, die beim Marsch durch die Gefilde der Sinne zu Boden fielen: "Jetzt fliegen die Ibisse her, schweb en herab ins Sumpfland, / auf die morastigen Felder um Darawank, fliegen zu Dutzenden zerzaust herab, / in die Flußniederungen des Wang Wauk, in die Weidenniederungen in Boolambayte / und fort zum Meer, auf den Sandmooren, an der Stelle des Riesens torches / sie neigen sich im Flug nach vorn, steigen hinab ..."