In den meisten Medien gibt es nur noch eine Parole: Es lebe der absolut freie Markt! Zwischen den Zeilen: Es lebe das Geld, möglichst aber nur meins!

Roger de Wecks Analyse der absoluten Marktideologie trifft den Nagel voll auf den Kopf. So auch die Schilderung der "Planwirtschaft" in den Unternehmen.

Persönlich habe ich erlebt, dass Anordnungen der Geschäftsleitung als "Befehle des Politbüros" bezeichnet und oftmals auch so empfunden wurden - und das in einem amerikanischen Unternehmen! Sie wurden meist auch so ausgeführt, wie in einer Diktatur üblich: entweder gar nicht, oder die "Unterdrückten" haben nach oben gefiltert, gelogen, manchmal auch betrogen.

Der Plan war wichtig, nicht die Realität.

Als die Pläne ganz und gar nicht mehr stimmten, wurde "abgebaut", hauptsächlich zulasten des Staatshaushaltes. Der hat nun das Problem. Die "Politbüros" leben immer noch, das nicht schlecht, und proklamieren weiterhin den absolut freien Markt und beklagen - ganz wichtig - die Überflüssigkeit der sozialen Systeme.

Ich nehme an, dieses ist kein Einzelfall, sondern inzwischen Standard in unserer Gesellschaft geworden.

Walter Manzey, Halstenbek