Schwedens Finanzminister Bosse Ringholm muss diese Woche bei der Vorlage des neuen Haushalts den Neid seines deutschen Kollegen Hans Eichel geweckt haben. Er versprach Steuersenkungen für alle, gleichzeitig mehr Geld für Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser. Die öffentlichen Haushalte schließen mit einem Überschuss ab, die Wirtschaft wächst mit beinahe vier Prozent, die Arbeitslosigkeit wird weiter fallen.

Beherzt gingen die schwedischen Sozialdemokraten bei der Regierungsübernahme 1994 daran, die Staatsfinanzen ins Gleichgewicht zu bringen. "Wer sich verschuldet, ist nicht frei", hieß es im Finanzministerium. Als dann die Finanzmärkte registrierten, dass die Stockholmer Regierung es ernst meinte, fielen die Zinsen. Und das war gut für Wachstum und Beschäftigung.

Die schwedischen Sozialdemokraten verdanken ihre Erfolge einer Kombination, die es in den Augen mancher deutscher Genossen gar nicht geben kann: einer linken Angebotspolitik.