Zu diesem Film gibt es eine Geschichte. Davon, dass sich der Mensch, je älter er wird, lieber an die schönen Momente seines Lebens erinnert. Als der Regisseur nach knapp einem halben Jahrhundert an den Drehort zurückkehrte, traf er dort eine Landarbeiterin, die als Statistin im Film mitgewirkt hatte.

Inzwischen war sie wie er an die achtzig Jahre alt - und erinnerte sich lebhaft an seine Anweisungen. Dass sie unter härtesten Bedingungen gedreht hatten, oft am Rande der Erschöpfung, schien vergessen. Oder unwichtig.

Dabei waren es diese Umstände, die den Film prägten, und es war sein Anliegen, sie schonungslos zu zeigen. Eine künstlerische Form der Wahrheit wollte eine Gruppe von Regisseuren damals finden, und dafür verzichtete sie auf Ausstattung, Montage und Stars. Nur mit Laien entstanden Werke, die bis heute Bestand haben. In unserem Drama ging es um Leidenschaft und Gewalt. Und um die Menschenwürde und ihren Preis. Viele junge Regisseure des Landes greifen diese Tradition übrigens seit einigen Jahren auf, knüpfen als Enkelgeneration mit eigenen Stoffen und Stilmitteln daran an. Das Publikum damals liebte vor allem die erst 18-jährige, temperamentvolle Hauptdarstellerin.

Später mauserte sie sich zur geheimnisvollen Charakterdarstellerin und drehte mit den besten Filmemachern ihres Landes. Wie heißt der Film, der sie bekannt machte?

Auflösung aus Nr. 38: Le Samourai (Der eiskalte Engel). J.-P. Melville drehte die düstere Gangsterballade 1967 mit Alain Delon und seiner damaligen Frau Nathalie.

Delon war auch Hauptdarsteller in Melvilles späteren Erfolgen Vier im roten Kreis und Der Chef.