Das Attribut selbst ernannt ist kein Kompliment an den Selfmademan. Es ist ein Schimpfwort, und zwar eins der tückischen, durch nichts widerlegbaren, gegen die der Beschimpfte wehrlos ist. Was es ihm an den Kopf wirft, ist eine Art Amtsanmaßung: dass er sich als etwas ausgibt, wozu er nur von anderen gemacht werden könnte. Manchmal trifft solche Schimpfe, öfter trifft sie daneben. Das Sektenoberhaupt als der "selbst ernannte ,Sohn Gottes'": Okay, zum Sohn Gottes kann man sich nicht selbst ernennen, obwohl es da ein berühmtes Beispiel geben soll. Die "selbst ernannten Märtyrer", der "selbst ernannte arktische Superheld": Es ist zwar nicht unerlaubt, aber immerhin unanständig, sich selber so zu bezeichnen, und wenn die Betreffenden das wirklich getan haben, verdienen sie Schimpfe. "Selbst ernannte ,Patrioten'", "die selbst ernannten Demokraten um Jelzin": Solche Titel darf sich nun aber jeder selbst zulegen, und jeder darf sie ihm streitig machen - inhaltlich, nicht per Rüge der Bezeichnungsprozedur. Die "selbst ernannten Macher von Rot-Grün": Hier lautet der implizierte Tadel, die "Macher" hätten förmlich ernannt werden müssen, und der ist töricht.