Mit einer Zimmerflucht vergleicht der marokkanische Autor Tahar Ben Jelloun das Königreich, wo Wein und Erdöl fließen. Ständig wechselnde Ein- und Ausblicke berücken den Besucher beim Flanieren durch Souks, Moscheen und Totenstädte. In Anlehnung an dieses Prinzip ist auch der Bildband Marokko (Text von Daniela Schetar und Friedrich Köthe, Fotos von Michael Arnold und Kay Maeritz

Bruckmann Verlag, München 1999

144 S., 49,80 DM) konzipiert.

Zwischen der Straße von Gibraltar und dem Wadi Draa haben die Fotografen faszinierende Räume vermessen und die Bewohner ins rechte Licht gesetzt - den zahnlosen Hirten aus dem Hohen Atlas ebenso wie den Zahnverkäufer aus Marrakesch und dazwischen immer wieder Frauen. Unterbrochen werden die farbsatten Bildstrecken durch teils informative, teils verklärende Reisebeschreibungen mit Exotenmasche, die ein von der Optik abgekoppeltes Eigenleben führen. Bei der Teamarbeit zwischen Text- und Fotojournalisten muss offenbar ein Störfall aufgetreten sein.