Liegt unter der Oberfläche des Jupitermondes Europa ein riesiger Ozean? Schon länger ist bekannt, dass der Jupitertrabant von einem kilometerdicken Eispanzer überzogen ist. Bereits 1979 entdeckte eine der Voyager-Sonden riesige, mehrere 100 Kilometer lange Risse in dieser Eiskruste, deren Herkunft aber rätselhaft blieb. Die Berechnungen amerikanischer Forscher um den Astronomen Gregory Hoppa deuten darauf hin, dass sich diese Risse durch einen verdeckten Ozean unter der Eiskruste erklären lassen (Science, Bd. 285, S. 1899). Denn das Meer in der Tiefe Europas sei bei der Umrundung des Mutterplaneten Jupiter starken Gezeitenkräften ausgesetzt. Diese würden bis zu 30 Meter hohe Flutwellen auslösen, die wiederum starke Spannungen auf den Eismantel übertragen. Die dadurch verursachten Sprünge, so zeigt die Simulationsrechnung, sähen genauso aus wie die wirklichen Risse.