Die Welt ist schlecht. Solidarität und Gleichheit gelten nichts mehr, ebenso wenig Wagemut, Unternehmergeist und Risikobereitschaft. Der Staat müsste auf vielen Feldern viel mehr leisten, darf aber Steuern und Abgaben keinesfalls erhöhen. In solchen Urteilen sind Deutsche und Franzosen einig, ergab jetzt eine repräsentative Umfrage der Meinungsforschungsinstitute Sofres und Emnid unter je 800 Bewohnern beider Länder. Doch gibt es auch Unterschiede. Ob es um die öffentliche Moral geht oder die Leistungsfähigkeit des Sozialstaates, um Arbeitslosenunterstützung oder das Rentensystem - stets sind die Franzosen noch deutlich weniger zufrieden als die Deutschen. Dass der Sozialstaat "allen eine gewisse Sicherheit" biete, also wenigstens elementaren Ansprüchen genüge, das meinen jenseits des Rheins nur zwei von vieren, aber immerhin drei von vier Bundesbürgern. F. D.