Es ist schon ein Kreuz: Immer wenn's am schönsten wird, kommt einer und macht Lärm. Dann ist's vorbei mit Zärtlichkeit und Romantik, die Moral hat gesiegt. Oder das, was gewisse Leute dafür halten.

Immerhin: Dieser Running Gag bescherte unserem Oscar-gekrönten Werk den wohl schönsten Schluss, der sich denken lässt. Auch in der gekürzten Version, in der das letzte Drittel der Urfassung weitgehend gestrichen wurde. Worum es in den anderen zwei Stunden geht? Um zwei, die sich finden, weil sie eine Leidenschaft teilen. Wie sie aneinander wachsen, sich lange nicht aus den Augen lassen, auch, als einer den andern vertreten muss.

Und dann geht's natürlich um die Liebe. Und um das, was von ihr übrig blieb.

Für den älteren der Schauspieler war es eine der schönsten Rollen, die er auf der Leinwand gegeben hat. Prägnant, auf eigenwillige Art sinnlich und im Älterwerden immer schöner, wirkte er auch in anderen Charakterdarstellungen, etwa als zwischen Pflicht und Widerspruchsgeist zerrissener Offizier. Unvergesslich auch ein Auftritt als Verrückter im Busch, beides unter seinem Lieblingsregisseur. In den vergangenen Jahren spielte er viel in dem Nachbarland, in dem unser Film entstand, so einmal einen großen Künstler.

Hier aber war er Vater und Freund und am Ende ein wenig Prophet. Wirklichkeit und Fantasie, Melancholie und Komödie - alles kommt hier zusammen. In diesem Film, der nicht zuletzt eine durchaus sentimentale Liebeserklärung ist - an die Poesie der Bilder. Wie heißt er?

Auflösung aus Nr. 39: Riso amaro (Bitterer Reis). Giuseppe De Santis drehte sein neorealistisches Drama unter den Saisonarbeiterinnen, die zur Reisernte in die Poebene kamen. Der Film machte die erst 18jährige Silvana Mangano zum Star.