die zeit: Am Ende der Präsidentensuite im Hotel Adlon gibt es ein "Butler-Schlafzimmer". Müssen Sie nachts auch arbeiten?

Dirk Dürner: Die Präsidentensuite kostet ja 12 000 Mark pro Nacht - in dem Preis bin ich praktisch inbegriffen. Und einige wollen mich wirklich rund um die Uhr um sich haben. Da muss ich auch zum Einkaufen mitkommen oder mal eine Stadtführung machen. In dem Fall trage ich dann Smoking - der Frack würde in der City doch etwas komisch aussehen.

zeit: Dürfen Sie denn die weißen Handschuhe im Dienst ablegen?

Dürner: Klar, manchmal stören die sehr. Wichtig sind sie jedoch am Anfang, wenn der Direktor den Gast in die Suite bringt, ihm den Blick aufs Brandenburger Tor gezeigt hat und mich dann vorstellt. Da muss das Bild stimmen: schneeweiße Handschuhe, blitzblank geputzte Schuhe.

zeit: Welche Aufgaben haben Sie nach dieser Zeremonie?

Dürner: Dann serviere ich eine Erfrischung und packe zwischendurch die Koffer aus. Später weise ich den Gast in die Technik ein. Die Vorhänge funktionieren elektrisch, den Fernseher muss man aus seinem Versteck, einer antiken Kommode, hervorholen. Die Erklärungen im Bad dauern auch eine ganze Weile.

zeit: Und wenn der Gast das nicht alles behalten kann, machen Sie es doch selbst?