Es gibt diese Tage, an denen nichts passiert. Erst die Arbeit und dann, endlich, Feierabend. Man macht sich auf in der Hoffnung, dass die Post abgeht, aber das Bier schmeckt abgestanden, und das Kneipengespräch kommt nur schleppend in Gang. Die Nacht ist öde und lang, man wird nicht einmal müde davon. Die Welt steht kopf, aber die Welt ist weit weg.

Floyd, Ricco und Walter haben so eine Nacht vor sich. Drei Freunde in irgendeinem Hamburger Vorort, unzertrennlich seit Kindertagen. Sie sind jung und süchtig nach Abenteuern, nach dem ultimativen, gigantischen Kick. Aber ihre Energie weiß nicht, wo sie sich austoben soll. Ihre Existenz zwischen Bolzplatz und Burgerbude ist eingefaßt in den Beton jener Wohnsiedlungen, in denen der vorübergehende Verlust eines Fußballtrikots mit einer Identitätskrise einhergeht.

Aber wer weiß, vielleicht geschieht in dieser Nacht ja tatsächlich etwas. Zum Beispiel ein kurzer Bandenkrieg mit den abgehalfterten Elvis-Fans von der Autostunt-Show. Oder ein Disco-Besuch mit Telsa, dem Nachbarsmädchen (Julia Hummer), der mit einer Alkohol-Vergiftung endet und mit bangem Warten auf dem Krankenhausflur. "Ich möchte ein Eis", sagt Telsa, als sie mit den Jungs von der Intensivstation flüchtet: auch sie noch ein Kind, das im Gesicht bereits grau wird.

Absolute Giganten ist kein perfekter Film. Ein Musical mit dokumentarischer Gangart, ein sprödes Märchen von den Rändern der Großstadt. Aber seine Macken - die gelegentliche Selbstverliebtheit in den eigenen Stil und das forciert Verlorene der Figuren - ähneln denen seiner Möchtegern-Helden, ihrer sympathischen Unsicherheit und ihren Stimmungsschwankungen. Als das Trio schließlich gegen den Kiezkönig Snake (Jochen Nickel) um die Wette kickt, hat seine große Stunde doch noch geschlagen. Alles oder nichts: ein Tischfußball-Match ohne special effects, aber mit einer Kamera (Frank Griebe), die sich kleinmacht und auf Ballhöhe geht. Manchmal besteht die ganze Action bloß aus einem winzigen Dreh, im Kino wie im wirklichen Leben. Man muß ihn nur raus haben.