Eine Hochzeit ist dazu da, die Illusion zu nähren, es gebe in jedem Leben nur einen richtigen Partner. Und entsprechend viele falsche. Auf diese Konsequenz stürzt sich das Medium Film, wenn es am laufenden Band Hochzeiten platzen lässt. Dass sich hier ein regelrechtes Genre etabliert, während das Ritual in der Realität an Verbindlichkeit einbüßt, ist wahrscheinlich kein Zufall. Das Publikum weiß von Beginn an: Braut und Bräutigam passen nicht zusammen, die wahre Liebe wartet in den Kulissen, und nur die Schwerkraft der Verhältnisse, sprich das bestellte Aufgebot und die geladenen Gäste, treiben auf die Zeremonie zu. Steht dann das Paar vorm Altar, schlägt die Stunde der Wahrheit. Die Spannung steigt. Wie platzt die Sache diesmal?

Ein schweres und bis dato ungelöstes Problem stellen in den Runaway-Bride -Filmen die Irrtümer des Herzens dar, die Held oder Heldin begehen. In High Society ist der Gimpel von einem Grafen, der sich anmaßt, Grace Kelly heimzuführen, von vornherein so außerhalb jeder Diskussion, dass man der Braut die Wahl übel nimmt und innerlich zu ihr auf Distanz geht. Ist aber der in der letzten Sekunde sitzen gelassene Partner hochsympathisch, trübt die Demütigung, die er erleiden muss, erst recht die heitere Grundstimmung. Das Genre "Geplatzte Hochzeiten" also steckt in einer dramaturgischen Zwickmühle, aus der es kein Entrinnen gibt.

Diese trockene Lösung der Wie-Frage beim Hochzeitplatzen war der einzige Lichtblick in der ansonsten durchweg faden, flachen und schwergängigen Plotte. Schlimmer kann's bei so einem Film nicht kommen, als dass der Zuschauer die Mesalliance entschieden bejaht und die wahre Liebe vor der Heiraterei in Schutz nimmt.