In der vergangenen Woche war die Schadenfreude noch groß: Der Millenniums-Werbegag des Luftfahrtriesen British Airways (BA) - ein gewaltiges Riesenrad über London - wird womöglich nicht rechtzeitig fertig. Bislang liegt das Rad jedenfalls mit technischem Schaden flach, und obendrüber schwebte zeitweise ein Zeppelin des Konkurrenten Virgin: "BA kriegt es nicht hoch".

Doch die Virgin-Gruppe, zu der unter anderem die Billigfluglinie Virgin Express gehört, ist jetzt kleinlauter geworden. Am vergangenen Freitag mussten nämlich die Kollegen beim Billigflieger Debonair Konkurs anmelden. Bei Virgin und anderen Billigfliegern sitzt der Verdacht tief, dass BA daran kräftig gedreht hat und sich nun den Rest der Branche vornimmt. Die erst 1998 an den Start gegangene BA-Billigflugtochter Go lieferte der finanziell angeschlagenen Debonair jedenfalls auf der Hälfte der Strecken einen Preiskampf. Go-Chefin Barbara Cassani streitet Vorwürfe eines unfairen Verdrängungskampfes freilich "als besseres Theater" ab - Debonair habe die falsche Sorte Flugzeuge und ein ineffizientes Management gehabt.

Unklar ist, ob irgendein Wettbewerber in der rasant wachsenden Billigflug-Branche nun Personal, Maschinen oder gar einzelne Linien der abgestürzten Debonair übernehmen will. Virgin Express ist die Sache offenbar zu heiß. "Wir können kaum helfen", teilte das Unternehmen nach kurzer Prüfung mit.