Die Nummer ist selbst Ron Sommer, dem Chef der umsatzstärksten Telefongesellschaft Europas, zu groß: MCI Worldcom will für 115 Milliarden Dollar den Rivalen Sprint übernehmen. Mehr Geld wurde noch nie für ein Unternehmen geboten. Kommt nicht überraschend noch ein lukrativeres Angebot dazwischen, wird der zweitgrößte Fernmelder der Vereinigten Staaten den drittgrößten Anbieter auf dem US-Markt schlucken - ein wahrer Triumph der Giganten. Allerdings: Selbst danach bleibt der Telefonriese AT&T noch unangefochten die Nummer eins.

Die Deutsche Telekom hat in dieser Größenklasse nichts mehr zu melden. Sommers Pech: Auch er bemühte sich um Sprint. Schließlich ist er an dem Unternehmen bereits mit zehn Prozent beteiligt. Nun aber wird er seinen Anteil verkaufen. Um auf dem wichtigsten Telefonmarkt der Welt einen Fuß in der Tür zu behalten, muss er sich nach einem anderen Partner umsehen.

Auch in Deutschland zeichnet sich nicht weniger Spektakuläres ab. Zu Beginn der Woche verkündete France Telecom, beim drittgrößten Mobilfunker des Landes, Eplus, einsteigen zu wollen. Ironie der Geschichte: Zurzeit sind die Deutsche Telekom und ihr französisches Pendant durch eine Überkreuzbeteiligung noch miteinander verbandelt. Und nicht nur das: Auch bei Sprint sitzt France Telecom mit im Boot. Alle drei betreiben außerdem noch das Joint-Venture Global One. Es offeriert großen Weltkonzernen seine Dienste rund um den Globus.

Gelingt den Franzosen der Einstieg bei E-plus, werden aus den Partnern plötzlich Rivalen. Freunde sind sie schon lange nicht mehr. France-Telecom-Chef Michel Bon konnte nur schwer verkraften, dass sein Kollege Sommer überraschend mit der Telecom in Italien gemeinsame Sache machen wollte. Zwar misslang der Plan. Gleichwohl ist die Verbindung zu Frankreich seitdem gestört.

Michel Bon arbeitet schon länger daran, bei dem deutschen Mobilfunker einzusteigen. Am liebsten hätte er nicht nur den kleinen Anteil von Vodafone, sondern auch die Beteiligungen von RWE und Veba. Doch die zieren sich noch. Schließlich stehen Mobilfunkbetreiber zur Zeit hoch im Kurs. Zudem hat die amerikanische Telefongesellschaft Bell South, der vierte Eigner von E-plus, ein Vorkaufsrecht.

In dem allgemeinen Gerangel ging eine weitere Botschaft fast unter: Die Deutschen kaufen dem kroatischen Staat für 850 Millionen Dollar 35 Prozent der nationalen Telefongesellschaft ab. Angesichts der ganz großen Deals in der Welt allerdings eine ziemlich kleine Nummer.