Ehre, wem Ehre gebührt. Klaus Steilmann hat es nicht nur vom Lehrling bei C & A zu einem Unternehmer geschafft, der auf dem Weltmarkt agiert. Ende des Monats wird ihm Bundespräsident Johannes Rau auch noch den Deutschen Umweltpreis verleihen.

Die Auszeichnung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird dem Wattenscheider Textilunternehmer nicht nur deshalb zuteil, weil er sich schon früh um die ökologische Korrektheit seiner Produkte gekümmert hat. Mit seinem eigenen Klaus-Steilmann-Institut für Innovation und Umwelt schuf er sich einen Ruf als Ökopionier auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. In jüngster Zeit galt sein Engagement vor allem seinen russischen Unternehmerkollegen. Ihnen half er, beim Umbau des Riesenlandes den Umweltschutz nicht ganz aus den Augen zu verlieren.

Neben Steilmann erhält den mit insgesamt eine Million Mark dotierten Umweltpreis der Naturwissenschaftler Wilhelm Barthlott. Der Direktor des Botanischen Instituts der Bonner Universität hat sich um die Erforschung des so genannten Lotus-Effekts verdient gemacht. Die Blätter der Lotusblume bleiben nach seinen Erkenntnissen nicht deshalb sauber, weil sie extrem glatt sind, sondern weil sie eine mikroraue Oberfläche besitzen. Diese Strategie der Natur können sich die Techniker beispielsweise bei der Konstruktion von Gebäudefassaden, Lacken oder Folien zu Eigen machen. Effekt: weniger Chemieverbrauch zum Reinigen.

Die Preisträger des Jahres 1988, der Solarunternehmer Georg Salvamoser und der Klimaforscher Klaus Hasselmann, bereiten der rot-grünen Bundesregierung übrigens keine große Freude. Beide äußerten sich jüngst enttäuscht über deren Politik. "Kein einziges Gesetz" trage den wortreichen Ankündigungen zum Klimaschutz bisher Rechnung, sagte Salvamoser. Hasselmann glaubt gar, die deutschen Klimaschutzziele seien gar nicht mehr erreichbar.