Was Ferdinand Piëch recht ist, ist Hans-Olaf Henkel billig. Der VW-Chef hatte sich bekanntlich Anfang des Jahres vertrauensvoll an Gerhard Schröder mit der Bitte gewendet, die im EU-Ministerrat schon verabschiedungsreife Altauto-Verordnung zu entschärfen - worauf der "Kanzler aller Autos" seinen grünen Umweltminister Jürgen Trittin anwies, für Selbiges zu sorgen. Vielleicht fühlte sich der BDI-Präsident durch diesen Vorgang ermuntert. Jedenfalls expedierte Henkel ein Schreiben an den Chef des rot-grünen Reformbündnisses, das es in sich hat: Der Kanzler solle bitte schön dafür sorgen, dass Deutschland sich seiner noch unter der Regierung Kohl eingegangenen Klimaschutz-Verpflichtungen entledigt. Henkel findet es schädlich, dass sich Deutschland gegenüber seinen EU-Partnern verpflichtet hat, seinen Ausstoß von Klimagasen um 21 Prozent zu verringern, während die EU insgesamt der Uno nur eine Minderung um 8 Prozent zugesagt hat.

Den Grünen bleibt da nur eine Hoffnung: dass Schröder sein eigenes Versprechen nicht wieder missversteht - das da lautet: "Wir wollen nicht alles anders, aber vieles besser machen."