Den Küstenstädten der Erde könnten nasse Zeiten bevorstehen. Der westantarktische Eisschild, eine Eisplatte von der doppelten Größe Deutschlands, werde in den nächsten 7000 Jahren vollständig abschmelzen - und zwar unabhängig vom Einfluss der Menschen, vermuten Geophysiker von der Universität Washington (Science, Bd. 286, S. 280). Das würde einen Anstieg des Meeresspiegels um rund sechs Meter bedeuten. Howard Conway und seine Kollegen rekonstruierten mit verschiedenen Methoden, wie sich der Verlauf der Eislinie in der Vergangenheit veränderte. Das Ergebnis: Seit dem Maximum der letzten Eiszeit vor 20 000 Jahren schmolz die Eismasse beständig ab. In den letzten 7600 Jahren zog sie sich jährlich um gut 100 Meter zurück. "Der Kollaps scheint Teil eines natürlichen Zyklus zu sein", sagt Conway. Allerdings könne der Prozess durch den Treibhauseffekt beschleunigt werden.