Bestimmt war es nicht einfach, einen 365 Meter hohen Turm zu konstruieren.

Dieter: Ja, das könnte auch heute nicht jedes westliche Planungsbüro. Der Turm ist zwar im Prinzip nur ein Schornstein, aber ein sehr hoher, der eine Kugel trägt und noch ein Stück darüber einen 118 Meter hohen Stahlmast. Das war eine gestalterische und technische Herausforderung.

Herr Ahrendt, als Statiker sorgten Sie dafür, dass der Turm nicht umfällt. Wie haben Sie das gemacht?

Ahrendt: Er ist so gebaut, dass sein Gewicht ihn stabilisiert. Selbst Windstärke 12 kann ihm nichts anhaben - so starke Winde wehen gar nicht in Europa. Die Wände sind nur einen halben Meter dick, das Fundament ist fünf Meter tief. Im Turmschaft steht ein Stahlgerüst mit Schächten für den Aufzug und die Versorgungsleitungen. Ansonsten ist der Schaft hohl.

Hier oben auf der Aussichtsplattform spürt man, dass der Turm ein wenig schwankt. Muss man deshalb Angst haben?

Ahrendt: Nein, das ist ganz normal. Wie jedes Gebäude schwingt der Turm mit seiner Eigenfrequenz, in sieben Sekunden einmal hin und her. Auf Höhe des Aussichtsgeschosses sind das aber nur 15 Zentimeter.

Dieter: Das Gerüst, das Herr Ahrendt gerade erwähnte, ist eine ganz ausgefeilte technische Lösung: Während des Baus war es immer ein wenig höher als der Schaft. An ihm wurden die Stahlschalungen hochgezogen, durch Rohre darin wurde der Beton gepumpt. Im oberen Bereich der Kugel ist der Schaft zu einer Ringkonsole verstärkt - daran hängt die Kugel, gehalten von 20 Stahlbändern. Sie ist 32 Meter dick, ein Hochhaus in 200 Meter Höhe.