Die Wehrmachtausstellung war von Anfang an mit schweren Mängeln behaftet.

1. Totale Einseitigkeit, Verzicht auf jegliche Differenzierung. Alles, was den Ausstellungsmachern nicht ins Konzept passte, wurde weggelassen.

2. Emotionalisierung statt Information. Der Besucher wird durch akkumulierte Gräuelfotos gefühlsmäßig erschlagen.

3. Fehlende Quellenkritik. Ungeprüfte Übernahme von höchst zweifelhaftem Archivmaterial. Bildunterschriften fehlen oder sind so vage, dass sie alles und nicht beweisen.

Es war eine Frage der Zeit, dass die Ausstellung durch wissenschaftliche Sachbeweise bloßgestellt sein würde. Warum dies mehr als vier Jahre brauchte und nur von ausländischen Historikern zu leisten war, wird die spätere zeitgeschichtliche Forschung zu klären haben.

Willi Erdweg, Aachen

Krisztián Ungvárys Rechnung, nur zehn Prozent der Bilder der Ausstellung zeigten tatsächlich Opfer der Wehrmacht, scheint eindrucksvoll. Wie kommt er aber zu dieser Zahl?