Auf Umwegen erreicht uns eine Mitteilung aus Gießen. Und zwar meldet die dort ansässige Gießener Allgemeine, ihr sei zu Ohren gekommen, in der staubtrockenen, hanseatisch unterkühlten ZEIT (schnarch!) hätten die Redakteure den Keller aufzusuchen, wenn es mal was zu lachen gebe. Dies müssen wir dementieren. Redakteure der ZEIT haben nie was zu lachen. Ergo war von ihnen auch noch nie einer im Keller. Sowieso gibt es bei der ZEIT keinen Keller. Nicht mal Redakteure. Weil dieses Blatt nämlich von Helmut Schmidt ganz alleine gemacht wird. Ja, nun ist es heraus - von der ersten bis zur allerletzten Zeile. Altgediente Leser wissen das übrigens längst.

Anderes Thema. Die Frankfurter Agentur Huth + Wenzel hat im Rahmen der Standortkampagne "Hessen. Hier ist die Zukunft" einen Werbewettbewerb gewonnen. Mit einer Anzeige, die circa acht Frankfurter Würstchen zeigt, verschnürt zu einem Bündel und mit einem Zeitzünder versehen. Die Botschaft lautet: "Wir können auch anders." Ei Guude! Das haben wir im Fall der Hessen schon immer vermutet. Nicht umsonst hat dieser Menschenschlag drei der berühmtesten Komiker deutschsprachiger Zunge hervorgebracht. Nämlich v. Goethe (*Frankfurt), Joschka Fischer (*Gerabronn) und Heinz Schenk (*Mainz). Wobei Helmut Schmidt in seiner unterkühlten Art neulich auf dem Weg in die Tiefgarage Folgendes angeregt hat: Ob es sich beim Hessischen um ein Idiom deutscher Zunge handele, müsse im Archiv noch überprüft werden. (Anm. d. Red.: Das Archiv befindet sich im Keller.) Selbstverständlich wurde auf der Stelle ein Aushilfslinguist angeheuert, der den Kasus unter die Lupe nahm. Ergebnis: Witzischkeit kennt keine Grenzen. Weder zwischen Mainz noch Frankfurt, weder zwischen Gießen noch Gerabronn. Weil es aber zu einem Volllinguisten nicht gelangt hat (Anm. d. Verl.: Glauben die Herren Hanseaten, in Stuttgart steht eine Gelddruckmaschine?), musste der Fall vor die Große Dekonstruktivistische Witzdiskursbeschwerdekammer. Dort wurde folgendermaßen entschieden: Erstens, beim Hessischen handelt es sich nicht um eine Sprache, sondern um den Versuch, einen quälenden Hustenreiz zu unterdrücken. Zweitens, irgendwo zwischen Mainz und Frankfurt verläuft offenbar die sogenannte ei/aa-Verschiebung, weshalb man sehr wohl von einer "Grense" reden kann, die einen Hannebambel selbst nach dem zehntausendsten Bembel ins Gebabbel dasdewesche ebbe dra aa..., Verzeihung, staubtrocken ins Hüsteln bringen kann. Und schließlich drittens, als Gott die Welt erschuf, da hatte er am Ende etwas Schwarzes unter dem Fingernagel. Daraus formte er Gießen. Anschließend begab er sich in den Keller und hat schallend gelacht.