"Ach ja, mein Freund Glogo", hat Gerhard Schröder erst neulich wieder geseufzt - noch vor der jüngsten Affäre seines Nachfolgers um unbezahlte Opernbesuche in Ägypten und fragwürdige Edelsausen auf dem Oktoberfest. Da war dem Kanzler wieder mal von irgendwelchen kuriosen Ansichten Gerhard Glogowskis berichtet worden. Seine Reaktion spricht Bände. Tatsächlich hat Schröder seinen Nachfolger in der niedersächsischen Staatskanzlei nie so ganz für voll genommen. Zu Recht.

Dem "König von Braunschweig", wie sich der Ex-OB der ostniedersächsischen Metropole nennen lässt, hat es in seiner Laufbahn oft an politischem Instinkt gemangelt. Früher fiel das nicht so auf: In der Kommunalpolitik kennt nun einmal jeder jeden, und ohne gute Beziehungen zur Wirtschaft ist dem Wohl der Heimatstadt eben nicht zu dienen. Eine Etage höher dagegen, in der Landespolitik, weht schon ein ganz anderer Wind. Hier liegen jüngere Konkurrenten auf der Lauer, und die Medien sehen genauer hin. Dieses Klima ist Gerhard Glogowski nicht gut bekommen. Er wolle im Jahre 2003 erneut zur Wahl antreten, hat er kürzlich angekündigt. Keineswegs alle Niedersachsen waren von der Idee begeistert. Womöglich selbst ein paar von Glogos Freunden nicht.