die zeit: Die Bundesregierung droht den Betreibern von Kernkraftwerken damit, den Atomausstieg per Gesetz zu verordnen. Sind Sie mit diesem Vorgehen einverstanden?

Michael Müller: Neben den Chancen, die mit dem Ausstieg verbunden sind, sollte man besser die Sicherheitsfrage stärker in den Vordergrund stellen.

Der Ausstieg ist doch keine Willkür. Schließlich ist die Entsorgungsfrage völlig ungeklärt, und nirgendwo auf der Welt gibt es ein Atomkraftwerk, das wirklich sicher ist.

zeit: Spricht das gegen ein Ausstiegsgesetz? Auch damit möchte die rot-grüne Bundesregierung doch zu einem möglichst raschen Ende des Meilerbetriebs kommen.

Müller: Nein, aber ich fürchte, dass wegen der juristischen Unsicherheiten ein reines Ausstiegsgesetz keine Restlaufzeiten bringt, die kurz genug sind.

Fristen um 30 Jahre sind kein Ausstieg, sondern ein Auslaufen, das auch unabhängig von der Politik kommt. In dieser Legislaturperiode müssten die ersten AKWs abgeschaltet werden.

zeit: Warum sind Ihnen ein paar Jährchen mehr oder weniger so wichtig?