Zwar wollte Arne Börnsen zu den Spekulationen am vergangenen Dienstag noch keine Stellung beziehen. Doch wie es derzeit aussieht, wird er seinen Posten bei der Regulierungsbehörde unter Umständen schon bald räumen. Börnsen ist Vizepräsident des Amtes, das eigens dafür geschaffen wurde, den noch jungen Wettbewerb auf dem Telekommunikations- und Postmarkt in Schwung zu bringen. Über die Frage der richtigen Balance zwischen den vielfältigen Interessen war es mit dem Chef der Behörde, Klaus-Dieter Scheurle, immer wieder zu Differenzen gekommen.

Die Chemie zwischen den beiden Männern an der Spitze stimmte von Anfang an nicht. Scheurle und sein Vize Arne Börnsen könnten unterschiedlicher nicht sein. Scheurle stammt aus dem Verwaltungsapparat des aufgelösten Postministeriums und hat dort an der Liberalisierung der beiden Monopolmärkte maßgeblich mitgewirkt. Börnsen hingegen war Vollblutpolitiker. Er hatte seinerzeit dafür gesorgt, dass die Sozialdemokraten über ihren Schatten sprangen - und der Öffnung der Märkte samt der erforderlichen Grundgesetzänderung zustimmten. Gleichwohl haftet ihm heute der Ruf an, sich während seiner Amtszeit ein offenes Ohr für die Interessen der Telekom bewahrt zu haben. Scheurle hingegen gilt als der Verfechter der Anliegen der Telekom-Rivalen. Zwar berufen sich beide stets auf die einschlägigen Gesetze.

Doch lassen die viel Spielraum für Interpretationen. Das scheint sich nun zu rächen. Das letzte Wort bei dieser heiklen Personalie hat Wirtschaftsminister Werner Müller. Aber auch der hüllte sich zu Beginn der Woche bei diesem Thema noch in Schweigen.